Rückblick: Exkursion zum Stautenhof in Willich-Anrath:Diese stand ganz im Zeichen: Wie geht es Frieda?

Exkursion zum Ferkel Frieda auf dem Stautenhof-4
Die Teilnehmer*innen wurden von Elisabeth Brack, KAB Aachen, herzlich begrüßt und dann ging es auch schon mit Annika Launert und Leonie Dreehsen zu den Schweineställen, genauer gesagt zum "Abferkelbereich", wo derzeit zehn Sauen ihren Platz gefunden haben.
Datum:
1. Nov. 2021
Von:
Tanja Jünger

Schweinestall "unter freiem Himmel"

Die Schweine, die ihre Rüssel ins Futter steckten, die Ferkel, die an den Zitzen der Sauen hingen und mit den kleinen rosa Ringelschwänzchen hin und her wackelten, beäugten die Ankömmlinge neugierig. 
Erklärt bekamen sie von Leonie Dreehsen, dass sich die Sauen zum Abferkeln selber eine Bucht aussuchen dürfen, die dann die ihre für zwei Wochen ist.  Um ein Immunsystem aufzubauen, dürfen Ferkel wie „Frieda“ erst nach draußen, wenn sie zwei Wochen mit Muttermilch gesäugt wurden. Draußen ist dann Gruppensäugen angesagt, egal ob es die Mutter ist oder nicht.

Alle Schweine laufen den ganzen Tag frei herum und werden nur an der Fressstätte "festgesetzt", damit man  nachvollziehen kann, wieviel gefressen wird. Alle zwei Tage werden die Ställe sauber gemacht, die Buchten und Liegeflächen jeden Tag. Die Ferkelnester sind wohlig warm für die Ferkel mit einer Wärmelampe ausgestattet auf 36 Grad gewärmt. Anders ist das bei den Sauen, deren Wohlfühltemperatur bei 24 Grad liegt. 

Da sie viel Energie braucht, wird eine säugende Sau morgens und abends gefüttert;  eine tragende Sau erhält das Futter nur morgens. Alle Sauen gehören der Schweizer Landrasse an, haben gute Mutterqualitäten und sind besonders friedlich. Der Vater ist ein Duroc. 

Auf dem Stautenhof leben neben den Sauen und Ferkeln die beiden Eber. Vorrangig wird vom Natursprung besamt, manchmal auch künstlich. Auf die Frage nach der Lebenszeit gab es folgende Antwort: Alle Sauen bleiben so lange sie ihre Leistung erbringen. Sonst werden sie geschlachtet und damit zum Stautenhof-Schinken, den man in der hofeigenen Metzgerei kaufen kann. 

Neben den Sauen und ihren Ferkeln leben auf dem Stautenhof Legehennen und Weidehähnchen, Puten, Rinder, Ziegen und Esel. Das Futter für die Tiere wird auf den hofeigenen Feldern geerntet und verfüttert - ganz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.

Am Ende der Besichtigungstour haben die Teilnehmer*innen zum Thema Tierwohl und Aufzucht, Schlachtung und Nachhaltigkeit auf einem Biohof viel erfahren und konnten ihre Fragen einbringen.