Auftaktveranstaltung: Nun geht’s los - Projekt „Schwein haben“ erfolgreich gestartet

Und was brauchte es dafür? Neben ganz viel Vorbereitung und Planung vor allem die Hauptperson, äh nee, das Hauptferkel. Quasi die Sau, um die sich alles dreht.

Dazu natürlich Menschen, die sich für unser Ferkel interessieren. Na ja, es hätten schon ein paar mehr sein dürfen. Aber immerhin rund dreißig haben am 28. September in der Mönchengladbacher Citykirche an der Auftaktveranstaltung teilgenommen.

Das Timing war gut. Denn am 23. September ist unser Projektferkel auf dem „Stautenhof – Mein Biohof“ in Anrath geboren. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, echt niedlich, mit seiner rosa Haut und dem kurzem Ringelschwanz. Es ist weiblich, quietschfidel und hat elf Geschwister. Was, elf? Ja wirklich, elf Geschwister!!!

Vergegenwärtigt man sich, dass eine Frau in Deutschland im statistischen Mittel zur Zeit in ihrem Leben 1,47 Kinder zur Welt bringt, kann man über einen Wurf von 12 Ferkeln nur staunen. Die Vorstellung zu haben sich 11 Geschwister behaupten zu müssen, treibt zumindest uns den Angstschweiß auf die Stirn.

Aber zurück zu unserem Ferkel. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich dieser Konkurrenz zu stellen. Denn kurz nach der Geburt entwickelt sich eine Saugordnung unter den Ferkeln: Die vordersten Zitzen der Sau werden von den vitalsten und kräftigsten Ferkeln besetzt, den schwächsten Ferkeln bleiben nur die hintersten Zitzen.

Unser Ferkel ist ein Mischling. Die Muttersau ist ein Schwein der Schweizer Landrasse und der Eber ein Duroc. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Monaten so optisch entwickelt.

Bei der Auftaktveranstaltung ging es auch darum, ob unser Schwein weiterhin unser Schwein heißt oder ob es einen Namen haben soll. Macht die `Vermenschlichung´ eines Lebensmittels Sinn oder ist ein Schwein ein Schwein ein Schwein ein Schwein…

Philosophische Exkurse hin oder her, unser Schwein heißt jetzt Frieda. Nur zu schade, dass `Karlchen Kotelett´ als Name nicht mehrheitsfähig war. Allen Leser*innen, denen von ihren Eltern der Name Frieda mit auf ihren Lebensweg gegeben wurde, sei an Eidesstatt versichert, dass unsere Namensgebung mit keinerlei real existierenden Personen in Zusammenhang gestanden hat. Also nix für ungut!

Nun haben wir Verantwortung für Frieda, für unser Schwein. Es soll großgezogen werden unter guten Bedingungen und so zu einem guten Lebensmittel werden, für diejenigen Menschen, deren Entscheidung dahin geht, Fleisch zu konsumieren.

Dabei wird es uns auf seinem Lebensweg auch mit der Frage konfrontieren: Darf man aus ethischer Sicht Tiere essen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen? Hier wird es tiefgründiger und wir verlieren den flapsigen Ton. Aber wichtig ist für uns an dieser Stelle, dass jede und jeder diese Frage für sich begründet und auf einem informierten Level beantwortet und verantwortet.

Auf dem Weg dahin gilt es viele Fragen zu stellen, viel zu sehen, zu diskutieren und nachzudenken. Dies taten die Anwesenden auf der Auftaktveranstaltung.