Wie geht es Frieda? :Eindrücke von der Hofführung auf dem Stautenhof

Exkursion zum Ferkel Frieda auf dem Stautenhof-10
In zwei Gruppen wurden die Besucher*innen unter der Führung der Mitarbeiterinnen Anika Launert und Leonie Dreehsen über den Hof geführt. Natürlich ging es zuerst zu den Schweineställen...
Datum:
5. Nov. 2021
Von:
Tanja Jünger

Frieda bekommt Besuch...

Neugierig wurden die Ankömmlinge in Augenschein genommen und einige Rüssel durch die Gitter gesteckt, in der Hoffnung, dass dort vielleicht noch eine Leckerei auf sie wartet. Ein paar Ferkel nahmen gerade eine Mahlzeit ein und wackelten hin und her mit ihren kleinen rosa Ringelschwänzchen.

Vom Außenbereich aus konnten wir die Buchten einsehen, den sogenannten „Abferkelstall“. Zehn Sauen haben hier ihren Platz gefunden. Sie suchen sich zum Abferkeln selber eine Bucht aus, die dann für zwei Wochen die ihre ist, erklärte Tierpflegerin Leonie Dreehsen. Sind Ferkel wie „Frieda“ geboren, dürfen sie allerdings noch nicht nach draußen, sondern werden erst für zwei Wochen mit Muttermilch gesäugt, um ein Immunsystem zu bekommen. Draußen ist dann Gruppensäugen angesagt, egal ob Mutter oder nicht.

Alle Schweine laufen den ganzen Tag frei herum. „Festgesetzt werden sie nur an der Fressstätte, damit ich nachvollziehen kann, wie viel gefressen wird“, erklärte Dreehsen.

Alle zwei Tage werden die Ställe sauber gemacht, die Buchten und Liegeflächen jeden Tag. Die Ferkelnester sind mit einer Wärmelampe ausgestattet, da sie 36 Grad lieben, anders als die Sauen, die 24 Grad als angenehm empfinden. Eine säugende Sau wird morgens und abends gefüttert, da sie viel Energie braucht, eine tragende Sau erhält das Futter nur morgens. Alle Muttertiere gehören der Schweizer Landrasse an; die Vaterlinie ist ein Duroc. Dies garantiert nicht nur eine gute Fleischqualität, sondern die Sauen sind besonders friedlich und haben gute Mutterqualitäten.

Die beiden Duroc-Eber sorgen für den Nachwuchs und die Besucher*innen erfuhren, dass hier vorrangig vom Natursprung besamt, manchmal auch künstlich besamt wird. Alle Sauen bleiben so lange bis sie ihre Leistung nicht erbringen. Was das bedeutet: Sie werden in der eigenen Schlachterei geschlachtet und landen als Stautenhof-Schinken in der Auslage der Hofmetzgerei. 

Von Friedas Wohlergehen und auch dem ihrer 11 Geschwister und anderer auf dem Stautenhof lebenden Tieren, wie den Legehennen in den drei Hühnermobilen, Weidehähnchen sowie Rindern, Ziegen und Esel, konnten sich die Teilnehmer*innen live überzeugen.

Am Ende der Besichtigungstour haben sie viel erfahren zum Thema Tierwohl und Aufzucht, Schlachtung und Nachhaltigkeit auf einem Biohof.