Wie geht es dem Ferkel Frieda?:Exkursion zum Stautenhof am 30.10.2021

Exkursion zum Ferkel Frieda auf dem Stautenhof-3
Das Wetter ist kühl und regnerisch, als die Besucher*innen morgens am Treffpunkt ankommen und von Elisabeth Brack (KAB Aachen) empfangen werden. Erste Station der Hofführung ist natürlich der Schweinestall, wo die Sauen, Eber und ihr Nachwuchs aufwachsen.
Datum:
5. Nov. 2021
Von:
Tanja Jünger

Frieda bekommt Besuch...

In zwei Gruppen ging es unter der Führung der Mitarbeiterinnen Anika Launert und Leonie Dreehsen über den Hof. Im Abferkelbereich haben derzeit zehn Sauen ihren Platz gefunden. Dort wurden die Ankömmlinge neugierig beäugt und einige steckten ihren Rüssel ins Futter oder durch das Gitter, vermutlich in der Erwartung, dass dort eine Leckerlei auf sie wartet. 

Leonie Dreehsen, die als Tierfplegerin auf dem Hof arbeitet, erklärte, dass sich die Sauen zum Abferkeln selber eine Bucht aussuchen dürfen, die dann die ihre für zwei Wochen ist. Sind Ferkel wie „Frieda“ geboren, dürfen sie allerdings noch nicht nach draußen, sondern werden erst für zwei Wochen mit Muttermilch gesäugt, um ein Immunsystem zu bekommen. Draußen ist dann Gruppensäugen angesagt, egal ob Mutter oder nicht.

Alle Schweine laufen den ganzen Tag frei herum. „Festgesetzt werden sie nur an der Fressstätte, damit ich nachvollziehen kann, wie viel gefressen wird“ erklärt Leoni Dreehsen. Alle zwei Tage werden die Ställe sauber gemacht, die Buchten und Liegeflächen jeden Tag. Die Ferkelnester sind mit einer Wärmelampe ausgestattet, da sie 36 Grad lieben, anders als die Sauen, die 24 Grad als angenehm empfinden.

Eine säugende Sau wird morgens und abends gefüttert, da sie viel Energie braucht, eine tragende Sau erhält das Futter nur morgens. Alle Muttertiere gehören der Schweizer Landrasse an; die Vaterlinie ist ein Duroc. Dies garantiert nicht nur eine gute Fleischqualität, sondern die Sauen sind besonders friedlich und haben gute Mutterqualitäten. 

Schließlich lernten die "Schweineliebhaber*innen" noch die beiden Eber des Hofes kennen und erfuhren, dass hier vorrangig vom Natursprung besamt, manchmal auch künstlich besamt wird. Und sie lernten, dass alle Sauen so lange bleiben bis sie ihre Leistung nicht erbringen. Was das bedeutet: Sie werden geschlachtet und damit zum Stautenhof-Schinken.

Von Friedas Wohlergehen und auch dem ihrer 11 Geschwister und anderer auf dem Stautenhof lebenden Tieren, wie den Legehennen, Weidehähnchen sowie Rindern, Ziegen und Esel, konnten sich die Teilnehmer*innen live überzeugen.

Am Ende der Besichtigungstour haben sie viel erfahren zum Thema Tierwohl und Aufzucht, Schlachtung und Nachhaltigkeit auf einem Biohof.